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05.06.08 12:42

Gesellschaft ist gefordert: Ehrlichkeit bei Behandlungsfehlern

Ein Kommentar von NETZWERK-Sprecher Dirk Brandl zur aktuellen Diskussion in Deutschland

In jüngster Zeit wird in zahlreichen deutschen Medien über Behandlungsfehler von Medizinern diskutiert. Im Fokus der Auseinandersetzung steht vor allem, dass Ärzte vielfach nicht dazu neigen, Fehler einzugestehen.
Zu begrüßen ist, dass jetzt namhafte Ärzte Behandlungsfehler zugeben und damit eine Vorreiterrolle übernehmen, die eine neue Kultur des Umgangs mit Fehlern entwickeln soll.
Die Probleme, die hier angesprochen werden, sind einer genaueren Betrachtung wert, denn sie treffen den Nerv unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Wenn wir von den Ärzten verlangen, dass sie einen neuen Umgang mit Fehlern entwickeln, müssen wir uns da nicht zuallererst an die eigene Nase fassen? Ist es nicht so, dass durch öffentlichen Druck eigentlich jeder Entscheidungsträger heute gezwungen ist, Fehler möglichst zu verschleiern und unter den Teppich zu kehren? Lernen nicht bereits unsere Kinder, dass Fehler machen ungute Gefühle hervorruft? Wo können denn heute noch ohne Angst vor Strafe Fehler gemacht werden?
Die Menschen in unseren modernen Industriegesellschaften sind einem immer größer werdenden Druck ausgesetzt, der zu Auswüchsen wie Mobbing am Arbeitsplatz, illegaler Bespitzelung durch Firmenleitungen oder einfach nur erhöhtem Konkurrenzdruck führt. Das Problem wurde innerhalb unseres NETZWERK’s bereits seit einigen Jahren erkannt und diskutiert. Der Vereinzelung und Konkurrenz Teamwork und Kooperation entgegen zu setzen, ist ein Veränderungsprozess, der durch moralische Appelle nicht durchführbar ist, denn dem stehen ganz existentielle Ängste und Notwendigkeiten entgegen.
Bei den Ärzten verschärft sich diese Situation aus 2 Gründen:
1. Der Arzt kann Fehler begehen, die zu gravierenden gesundheitlichen, manchmal irreparablen Schäden führen können oder gar Todesfälle nach sich ziehen.
2. Jeder eingestandene Fehler kann den behandelnden Arzt in eine juristische oder standesrechtliche Auseinandersetzung hineinziehen.
In vielen gesellschaftlichen Bereichen können Fehler große Auswirkungen haben, hier steht der Arbeitsplatz auf dem Spiel oder der Verlust von Freunden oder Beziehungspartnern. Bei Ärzten jedoch steht noch viel mehr auf dem Spiel, der Verlust von Existenz und Karriere.
Solange keine Bedingungen von uns erzeugt werden, die einen anderen Umgang mit eigenen Fehlern erlauben, kann vom einzelnen Arzt schlechterdings erwartet werden, dass er sich selbst an den öffentlichen Pranger stellt.
Dabei ist eine andere Fehlerkultur zwingend notwendig. Fehler sind die großen Lernmotivatoren, wenn sie gut genutzt werden. Fehler können dazu dienen, dass andere aus ihnen lernen und nicht dieselben Fehler begehen. Fehler können ganze Gesellschaften zur Blüte bringen, der Umgang mit Fehlern ist notwendige Voraussetzung zur besseren Positionierung jeder Nation im fortschreitenden Globalisierungsprozeß.
Es steht also viel auf dem Spiel, dem jetzt einsetzenden notwendigen Bewusstseinsprozess müssen andere Prozesse folgen, etwa die Veränderung gesetzlicher Rahmenbedingungen, die Einführung neuer Inhalte in unsere Erziehungsinstitutionen.
Im NETZWERK haben wir folgende Zusammenhänge bereits erkannt und viele Aspekte umgesetzt: Als Einzelkämpfer ist der einzelne Arzt langfristig zu fortwährendem Scheitern verurteilt. Zusammenarbeit und Kooperation erzeugen Synergien, die allen zugute kommen. Ein hervorragendes Beispiel ist der Umgang unserer Mitglieder im NETZWERK-Lipolyse mit Behandlungsfehlern, die natürlich auch dort vorkommen können. Das Mitglied kann seinen Fehler durch ein umfangreiches Analyseformular an das NETZWERK melden, die Arbeitsgruppe Komplikationen und Behandlungsfehler untersucht die Situation, gibt Therapieempfehlungen und informiert alle Mitglieder, worauf sie zukünftig zu achten haben, um nicht denselben Fehler zu begehen. Eine solche Herangehensweise ist nur dann akzeptabel, wenn dem Fehler begehenden Arzt keine Sanktionen drohen. Diese Haltung ist wichtig für den Arzt, für die Entwicklung der Therapie und für die Sicherheit der Patienten.


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Kontakt: Dirk Brandl

+49-(0)2508-21 59-100

brandl@network-
globalhealth.com

 

 

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