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05.05.11 13:53

Qualitätssicherung in der ästhetischen Medizin

Im Augenblick gibt es zahlreiche Bestrebungen, ähnlich wie bei anderen Branchen und Dienstleistungen, auch in der Medizin mit dem besonderen Augenmerk auf ästhetische Verfahren Normen zu erarbeiten, die dann eine gute Behandlung charakterisieren sollen. Was ist von diesen Bemühungen zu halten? Kommentar von NETZWERK-Sprecher Dirk Brandl...

 

Getragen wird diese Initiative vom CEN, dem europäischen Komitee für Normung. Ziel der Normung soll sein, den „Patienten maximalen Schutz und Sicherheit“ zu bieten.

Es existiert für die Erreichung dieses Ziels ein interdisziplinäres Gremium, dem Vertreter aus 22 Ländern Europas angehören, ebenso wie Vertreter von 8 europ. bzw. internationalen med. Gesellschaften.

In einem Paper für die weitere Diskussion wurden die Ziele konkretisiert: gute Ausbildung, Standardisierung, Beratung, Risikoaufklärung, Versicherung, Hygiene, Fotografien, Werbung etc., alles was auch aus den einschlägigen nationalen Rechtsvorschriften hervorgeht.

Das Problem ist nur, dass in den Vorschriften, wer die Verfahren wie ausführen darf, das ärztliche Ständesystem fröhliche Auferstehung feiert. An dieser Stelle überholt sich das Dokument von hinten selbst, da es um die Standessicherung und nicht um gute medizinische Behandlung und Ausbildung zu gehen scheint. Dies ergibt ein Gerangel unter den Fachärzten. Bislang habe ich aber nur von einem Gerangel der Dermatologen gehört. Die Allgemeinmediziner oder auch Gynäkologen kennen diese Arbeit wohl weniger.

Im einzelnen:

1. Wer darf anwenden? Nur einer mit „specialist diploma from a national competent authority „(§ 4.2). Das ist spezifiziert als „Member of the national society for the UEMS = European Union of Medical Specialists“ (§ 4.3). Das läuft, ersichtlich aus den hinteren Tabellen, darauf hinaus, dass z.B. Lipolyse nur angewendet werden darf von Vertretern der Fachgebiete „Plastic, reconstructive & aesthetic surgery“ und „Dermatologie“

 

2. Aktualisierung: alle 2 Jahre soll die Tabelle auf den neuesten Stand gebracht werden.

 

3. Schauen wir in die Kategorisierung von Lipolyse und Botox sowie Filler- Anwendungen, so ergibt sich: Anwender wie oben, Plastische Chirurgen und Dermatologen; Einordnung in Kategorie I = topical local or no anaesthesia type of facility (§ 7.4), ok. Risk level: B = temporaray disability (eg swelling, redness) , ok. Physical status of patient: Kategorien 1: normal healthy; 2: mild systemic disease für Lipolyse; ok und zusätzlich Kategorie 3 für Botox und Filler: severe systemic disease. Alterskategorie für alle: ab 18 Jahre, auch ok.

 

Im ASI (Austrian Standards Institute) Normierungskommitee wurde bereits der Antrag gestellt, die Injektionslipolyse wegen des Verbots in Frankreich gleich EU weit verbieten zu lassen. Hier feiert der Wahnsinn fröhliche Urständ.

Worum geht es in Wirklichkeit? In Wirklichkeit geht es nicht um die oben beschriebenen Ziele. In Wirklichkeit geht es darum, insbesondere den Plastischen Chirurgen, eingeschränkt auch den Dermatologen, die alleinige Ausübung ästhetischer Behandlungen zu erlauben. Mit diesem Ansatz wird dem Lobbyismus Tor und Tür geöffnet. Er ist insofern scheinheilig, weil weder die Plastiker noch die Dermatologen in ihrer regulären Ausbildung ästhetische Behandlungen erlernen, sondern die Ausbildungen beider Disziplinen sich mit Krankheiten oder rekonstruktiven chirurgischen Verfahren befassen, nicht mit Ästhetik.

Das NETZWERK hat bereits für die minimal invasiven Verfahren mit Gründung der Globalhealth Academy einen anderen, interdisziplinären, nicht ausgrenzenden Weg beschritten, den wir vehement verteidigen: Wir sind genau wie die Kommission der Ansicht, dass eine gute Ausbildung zur Ausübung ästhetischer Behandlungen gehören sollte. Doch was heißt gut? Gut heißt vor allem, dass die in jeden Kongress und jede Ausbildung einfließenden Firmeninteressen einzelner Hersteller eingedämmt und zurückgedrängt werden. Ein Beispiel: In Deutschland sind ca. 80 verschiedene Filler am Markt, davon 95 % auf der Basis von vernetzter Hyaluronsäure. Die Ausbildungen werden zu 95% von den Herstellern durchgeführt. Der die Therapie aufnehmende Arzt erhält also eine eingeschränkte Information, er weiß nachher nicht, welche Filler für welche Indikationen optimal geeignet sind, er kennt lediglich die Produkte eines einzelnen Herstellers. Während also das Komitee gegen die anderen Fachgruppen angeht, geht das NETZWERK-Globalhealth gegen den informationsverzerrenden Einfluss von Unternehmen vor, die eine optimale Anwendung verunmöglichen.

Ich finde, die Ärzte und einzelnen Fachdisziplinen sollten sich nicht auseinander dividieren lassen, vielmehr sollte gemeinsam an einer Ausbildung - möglichst mit Universitätsdiplom - gearbeitet werden, die es jedem Arzt ermöglicht, egal welcher Disziplin er angehört, ästhetische Behandlungen anzubieten. Die Globalhealth Academy sieht sich hier in einer Vorreiterrolle, denn seit 2 Jahren sind unsere Mitglieder damit befasst, für alle minimal invasiven Therapien Standards aufzustellen und geeignet Ausbildungen zu entwickeln.

Ganz persönlich möchte ich anmerken, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit unseres NETZWERKs weit mehr fruchtbare Impulse gesetzt hat als dass sie unqualifizierten Ärzten einen Zugang ermöglicht hätte. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, werden wir mit allen verfügbaren Mitteln gegen die Einschränkung ärztlicher Therapiefreiheit vorgehen.

 

 


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Kontakt: Dirk Brandl

+49-(0)2508-21 59-100

brandl@network-
globalhealth.com

 

 

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